Bielefeld  //  22. - 29.OKTOBER 2010

 
 

Kuratoren: Mevludin Demirovic, Branko Simic

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Krunoslav Stojakovic


Fotoausstellungen // Filme // Theater // Konzerte //

Video Performance // Lesungen ....


Nach der erfolgreichen Premiere im Oktober 2009 präsentiert sich das zweite Bielefelder BalkanArt-Festival 2010 mit einem neuen und spannenden Programmschwerpunkt, der die kulturelle und künstlerische Vielfältigkeit des Balkans, die unterschiedlichen Verbindungslinien und die „kunstbiografischen“ Brüche und Diskontinuitäten dieser europäischen Region unterstreichen soll.


Was steckt hinter dem Konzept des „Kunstnomadismus“?


Gemeinhin wird unter dem Begriff des „Nomadentums“ ein nichtsesshaftes Lebenskonzept verstanden. Die Gründe dafür können unterschiedlicher Natur sein - kulturelle, ökonomische, oder ideologische Ursachen werden am häufigsten zur Erklärung herangezogen.


Was aber steckt nun hinter dem Begriff des „Kunstnomadentums“ bezogen auf eine spezifische europäische Region?


Der Balkan, im südöstlichen Teil des europäischen Kontinents gelegen und seit dem Zusammenbruch des Staatssozialismus eine Art „Experimentierfeld“ auf unterschiedlichen gesellschafts-, kultur- und sozialpolitischen Ebenen, befindet sich mit Mitteleuropa immer noch in einer exotischen, unbekannten und oft missverstandenen Nachbarschaftsbeziehung.


Selbst die schrecklichen Kriegsjahre im ehemaligen Jugoslawien haben nicht zu einem allgemein intensiveren „Kennenlernen“ geführt, obwohl viele Künstler aus den jugoslawischen Teilrepubliken während der Kriegsjahre in der Bundesrepublik Deutschland Zuflucht suchten und auch fanden.


Auch haben diese Ereignisse nicht zu einem ernsthaften Austausch über die Möglichkeiten multikulturellen Zusammenlebens geführt. Dabei wäre das ehemalige Jugoslawien, allen voran seine Intellektuellen, dafür prädestiniert um solche Debatten nicht nur theoretisch sondern auch praktisch zu befruchten.


Die zeitgenössische Kunst- und Kulturszene der aus der jugoslawischen Konkursmasse entstandenen Staaten lässt sich sowohl in ihrer strukturellen Organisation als auch inhaltlichen Ausrichtung als „Kunstnomadismus“ lesen. Dies zum einen, weil sie aufgrund der jüngsten Historie zu geografischen „Nomaden“ wurden, und zum anderen weil sie inhaltlichen und ästhetischen Stillstand negieren.   


Unter dem programmatischen Titel „Kunstnomaden“ werden spartenübergreifend Künstler präsentiert, die sich in einem doppelten Bedeutungszusammenhang der künstlerischen Nomadie zurechnen lassen: Zum einen sind sie innerhalb ihres Kunstfeldes rastlos und immer auf der Suche nach neuen, ihr künstlerisches Schaffen diversifizierenden Einflüssen. Zum anderen sind sie Botschafter multikulturellen Zusammenlebens, jenes gemeinsamen und toleranten Miteinanders unterschiedlicher religiöser und kultureller Einflüsse, das in ihrer Heimatregion jahrzehntelang praktiziert wurde, in den Neunzigerjahren jäh unterbrochen wurde und nun einer neuen praktischen und künstlerischen Zukunft zusteuert, bzw. zusteuern muss.


Interessierte können unseren

E-Mail-NEWSLETTER abonnieren

über den wir über zukünftige Veranstaltungen informieren wollen.


Das BalkanART-Festival wird u.a. wieder

vom Kulturamt Bielefeld unterstützt.





Verbleibende Zeit bis zum Festival 2010:




 

BalkanART e.V. in Bielefeld präsentiert:

„Kunstnomaden 2010“  (22.-29.10.2010)